Redman in Germany
Wir haben gestern unseren internationalen Durchbruch verpennt. Nicht nur, dass wir ihn vergeigt haben, wir haben ihn einfach verschlafen. Ihr fragt Euch sicherlich lieber Leserinnen wie das passieren konnte. Das wollen wir Euch hier berichten. So höret: Porky war vor ein paar Monaten im Studio von einem Kollegen mit zwei Buchstaben (der eine “B” und der andere “O”). Dieses Studio ist mittlerweile schon wieder geschlossen, aber als es noch auf Hochtouren lief ging dort die Post ab. Dort wurde unter anderem auch mal der oder andere Juice gesmoket. Porky hatte auf dem Studiorechner seinen eigenen Ordner mit seinem Solo-Djungle-Deathcore-Shit. Er war den ganzen Abend alleine dort mit einer Flasche Cranberry-Saft und Gin. Ab und zu ging er ans Fenster und rauchte einen Juice. Und als er so mit seinen Tüftelbeats jonglierte kam Redman rein. Er kam mit einer Deutschrap-Traube von seinem Konzert und wollte noch ein bisschen reminise-mäßig seinen Feierabend genießen . Alle verhielten sich politisch korrekt im Hiphop-Länd. Für sie wurde ein Traum war, mit DER Legende überhaupt im Studio abhängen. Quasi die Überlegende! Oder sagt man heute Endlegende? Doch sie konnten nicht ahnen, dass hinter der Tür ein hochalkoholisiertes, langhaariges, mit sich selber im Einklang ruhendes Deichkind-Viech im odinstyle wütete. Er schrie über seine Beats und benahm sich seinem Genre gegenüber politisch korrekt. Redmans Deutschentourage und seine amerikanischen Riesen-Colabo-Hustler zuckten nicht schlecht als sie das Viech hinter der Tür entdeckten. Es schrie:”Motherfucker, I’m a rockstar, too!”, sich nicht dessen bewusst, wie stark sein Unbehagen am nächsten Morgen sein würde. Doch Redman hatte Respekt vor dem selbsterkorenen Hausherren, nickte seiner Entourage zu und ließ das Niveau-Limbo geschehen. Porky bewarf die mitgebrachten Gruppies mit irgendwelchen Schnipseln und fing an den afroamerikanischen Sprechsänger unangenehm auf die Schulter zu klopfen. Das Deutschhiphop-Gefolge zeigte sich geschockt und versuchte Porky mit Handbewegungen zu beruhigen, doch das stachelte ihn nur noch mehr an. Jetzt war er auf seiner eigenen freien Wildbahn. Frei von den Fesseln der Zivilisation gab er so fürchterlich an, dass selbst der ihm wohlgesonnene Bo mit den Augen rollte. Das ganze Szenario hatte ungefähr die gleiche Wucht wie Obelix der vorsichtig an eine Tür klopft, Redman gefiel das Spektorkel, auch wenn seine Leute es langsam mit der Angst zu tun bekamen. Denn schließlich waren sie irgendwo in Germany in irgendeinem Kraut-Keller wo irgendein nach Schweiß stinkender, schreiender 1,95-Hühne seine alten DK-Hits sabernd rausgrölte. Er riß “Hört Ihr Die Signale” auf, dann zerrten die Boxen und so wie der Beat von “Dicker Bauch” ertönte war Redman sicher, das Wildschwein gewähren zu lassen. Er spittete: “Yeah! That’s that Euro-Shit!” Das Gefolge konnte nicht anders als zustimmend nicken. “I want that beat!” Porky wusste nicht mehr wie er nach Hause gekommen ist, aber aus Erzählung wusste er, dass das Szenario zwei bis drei Stunden weiterging. Der darauf folgende Tag entpuppte sich als Horrorshow, denn immer wieder zuckten Erinnerungen in ihm hoch. Auf jeden Fall war der Plan eine Audio-CD mit dem “Dicker Bauch”-Beat mit auf’s nächste Redman-Konzert zu bringen um es ihm zu überreichen. Porky zu Philipp: “Kacke, ich glaub das war letzte Woche das Konzert!” Wir sind weltoffen, aber bleiben zuhause. Ihr seid willkommen. Red hat es erkannt. Schweine die grölen beißen nicht.
